Wie ihr seht, macht die Sonne in Brasilien sehr langsam und sehr faul. Der letzte Eintrag ist ja jetzt nun doch schon eine Weile her...
Nun gut.
Den letzten Monat habe ich damit verbracht, mit meiner Cousine Alicia durch den Bundesstaat Rio de Janeiro zu reisen. Sie hatte bereits zwei Wochen zuvor den Weg nach Salvador gefunden, um ihrer brasilianischen Staatsbürgerschaft gerecht zu werden und endlich Portugieisch zu lernen.
Nach zwei Wochen Sprachschule war sie für die große Reise in den Süden gewappnet und wir fuhren verheißungsvoll mitten in der Nacht zum Flughafen in Salvador. Wo wir nach dem Einchecken unseren Flug an keinem der Gates und auch auf keinem der Bildschirme entdecken konnten. Kurz vor der eigentlichen Abflugszeit informierte man uns, dass der Flug gecancelt sei. Wow, gut dass wir nachgefragt haben, sonst hätten wir es wahrscheinlich gar nicht erfahren. Wir haben dann einen Ersatzflug mit Zwischenstop in São Paulo bekommen und waren darüber um diese Tages- bzw. Nachtzeit nicht grade amüsiert.
"Bombenstimmung" auf dem Weg nach Rio
In Rio angekommen musste ich dann auch noch feststllen, dass mein Rucksack die Reise nicht geschafft hatte und wahrscheinlich in São Paulo hängen geblieben war. Großstadtmüde wollten wir allerdings nicht warten und sind weiter östlich in einen der besten Surforte Brasiliens, Saquarema, gefahren, mit dem Versprechen des Flugzeugspersonals, dass mir mein Gepäck so schnell wie möglich nachgeliefert werden würde. So war es dann glücklicherweise auch. In der ersten Nacht bekam ich gegen 4 Uhr einen Anruf: "Hallo, ich stehe gerade mit Ihrem Gepäck vor Ihrem Hostel." Etwas benommen habe ich den Rucksack entgegengenommen und der Urlaub konnte beginnen.
Surfwütend haben wir und am nächsten Tag mit dem wohl coolsten Surflehrer und Hostelvater Wagner in die Wellen gestürzt. Mit fast 50 Jahren hat er bereits in 43 Ländern gelebt und ist von oben bis unten tätowiert. Aber am meisten waren Alicia und ich wohl von seinen Witzen von seiner Haifischnarbe fasziniert.
Saquarema war super ruhig mit wenigen Touristen und super Hostelbesitzern, die sich um uns gekümmert haben, als wären wir ihre eigenen Kinder. Danach haben wir eine Woche in Arraial do Cabo verbracht, ein Ort mit viel Wind, klirrendkaltem Wasser und den schönsten Stränden, die ich jemals gesehen habe.
Nach zwei Wochen Strandurlaub waren wir dann endlich bereit, es mit der großen Schönen aufzunehmen, Rio de Janeiro.
Hier trafen wir auf Alicias Eltern, Michael und Susi, die sich in ihren Ferien auch auf die Reise nach Rio gemacht haben. Da mein Onkel hier geboren ist, hat er einige Cousins in Rio, die er gerne einmal wieder sehen wollte. So konnten wir ganze zwei Wochen bei der Familie meines Onkels bleiben und wurden dort von vorne bis hinten verwöhnt.
Rio hat mir so gut gefallen, dass ich sogar sagen kann, dass sie die schönste Stadt ist, die ich bisher kennen gelernt habe. Meer, weiße Sandstrände, ein paar Hügel zwischendrin, die der Stadt etwas Märchenhaftes verleihen und gleich den Urwald nebenan. Dazu wunderbar schöne und nette Menschen, was will man mehr?
Wir haben also zu viert Rio erkundet und hatten eine sehr schöne Zeit zusammen, an dieser Stelle noch einmal vielen Dank dafür, Micha und Susi.
Trotzdem habe ich so langsam angefangen, Salvador doch ganz schön zu vermissen und mich riesig gefreut, als ich vor zwei Tagen bei Regen in Rio losgeflogen bin und in Bahia bei Sonnenschein über Salvador einen wunderbaren Blick auf die Stadt hatte.
Dort angekommen, musste ich feststellen, dass ein Menschenmob vor der Gepäckausgabe stand, anscheinend war irgendetwas schiefgelaufen. Typisch dachte ich mir,ich bin halt wieder in Bahia. Auf der Anzeigetafel standen etliche Flüge, nur meiner tauchte nicht auf.
Etwas ratlos stand ich in der Ausgangshalle, habe mir überlegt, dass ich vielleicht zu früh dran war, weil ich relativ schnell aus dem Flieger rausgekommen bin. In diesem Moment höre ich eine Stimme über Lautsprecher meinen Namen ausrufen und dass ich mich beim Flugpersonal melden soll. Super. Jetzt ist bestimmt schon wieder irgendetwas mit meinem Gepäck passiert. Hilflos irrte ich in der Halle herum und konnte niemanden der Flugkompanie Webjet finden, da spricht mich eine Frau mit einem Kofferwagen an und händigt mit persönlich meinen Rucksack aus. Glück gehabt. Herzlich Willkommen in Salvador!












