Samstag, 27. Februar 2010

Verliebt in Rio



Wie ihr seht, macht die Sonne in Brasilien sehr langsam und sehr faul. Der letzte Eintrag ist ja jetzt nun doch schon eine Weile her...
Nun gut.
Den letzten Monat habe ich damit verbracht, mit meiner Cousine Alicia durch den Bundesstaat Rio de Janeiro zu reisen. Sie hatte bereits zwei Wochen zuvor den Weg nach Salvador gefunden, um ihrer brasilianischen Staatsbürgerschaft gerecht zu werden und endlich Portugieisch zu lernen.
Nach zwei Wochen Sprachschule war sie für die große Reise in den Süden gewappnet und wir fuhren verheißungsvoll mitten in der Nacht zum Flughafen in Salvador. Wo wir nach dem Einchecken unseren Flug an keinem der Gates und auch auf keinem der Bildschirme entdecken konnten. Kurz vor der eigentlichen Abflugszeit informierte man uns, dass der Flug gecancelt sei. Wow, gut dass wir nachgefragt haben, sonst hätten wir es wahrscheinlich gar nicht erfahren. Wir haben dann einen Ersatzflug mit Zwischenstop in São Paulo bekommen und waren darüber um diese Tages- bzw. Nachtzeit nicht grade amüsiert.


"Bombenstimmung" auf dem Weg nach Rio

In Rio angekommen musste ich dann auch noch feststllen, dass mein Rucksack die Reise nicht geschafft hatte und wahrscheinlich in São Paulo hängen geblieben war. Großstadtmüde wollten wir allerdings nicht warten und sind weiter östlich in einen der besten Surforte Brasiliens, Saquarema, gefahren, mit dem Versprechen des Flugzeugspersonals, dass mir mein Gepäck so schnell wie möglich nachgeliefert werden würde. So war es dann glücklicherweise auch. In der ersten Nacht bekam ich gegen 4 Uhr einen Anruf: "Hallo, ich stehe gerade mit Ihrem Gepäck vor Ihrem Hostel." Etwas benommen habe ich den Rucksack entgegengenommen und der Urlaub konnte beginnen.
Surfwütend haben wir und am nächsten Tag mit dem wohl coolsten Surflehrer und Hostelvater Wagner in die Wellen gestürzt. Mit fast 50 Jahren hat er bereits in 43 Ländern gelebt und ist von oben bis unten tätowiert. Aber am meisten waren Alicia und ich wohl von seinen Witzen von seiner Haifischnarbe fasziniert.







Saquarema war super ruhig mit wenigen Touristen und super Hostelbesitzern, die sich um uns gekümmert haben, als wären wir ihre eigenen Kinder. Danach haben wir eine Woche in Arraial do Cabo verbracht, ein Ort mit viel Wind, klirrendkaltem Wasser und den schönsten Stränden, die ich jemals gesehen habe.



Nach zwei Wochen Strandurlaub waren wir dann endlich bereit, es mit der großen Schönen aufzunehmen, Rio de Janeiro.



Hier trafen wir auf Alicias Eltern, Michael und Susi, die sich in ihren Ferien auch auf die Reise nach Rio gemacht haben. Da mein Onkel hier geboren ist, hat er einige Cousins in Rio, die er gerne einmal wieder sehen wollte. So konnten wir ganze zwei Wochen bei der Familie meines Onkels bleiben und wurden dort von vorne bis hinten verwöhnt.
Rio hat mir so gut gefallen, dass ich sogar sagen kann, dass sie die schönste Stadt ist, die ich bisher kennen gelernt habe. Meer, weiße Sandstrände, ein paar Hügel zwischendrin, die der Stadt etwas Märchenhaftes verleihen und gleich den Urwald nebenan. Dazu wunderbar schöne und nette Menschen, was will man mehr?








Wir haben also zu viert Rio erkundet und hatten eine sehr schöne Zeit zusammen, an dieser Stelle noch einmal vielen Dank dafür, Micha und Susi.



Trotzdem habe ich so langsam angefangen, Salvador doch ganz schön zu vermissen und mich riesig gefreut, als ich vor zwei Tagen bei Regen in Rio losgeflogen bin und in Bahia bei Sonnenschein über Salvador einen wunderbaren Blick auf die Stadt hatte.
Dort angekommen, musste ich feststellen, dass ein Menschenmob vor der Gepäckausgabe stand, anscheinend war irgendetwas schiefgelaufen. Typisch dachte ich mir,ich bin halt wieder in Bahia. Auf der Anzeigetafel standen etliche Flüge, nur meiner tauchte nicht auf.
Etwas ratlos stand ich in der Ausgangshalle, habe mir überlegt, dass ich vielleicht zu früh dran war, weil ich relativ schnell aus dem Flieger rausgekommen bin. In diesem Moment höre ich eine Stimme über Lautsprecher meinen Namen ausrufen und dass ich mich beim Flugpersonal melden soll. Super. Jetzt ist bestimmt schon wieder irgendetwas mit meinem Gepäck passiert. Hilflos irrte ich in der Halle herum und konnte niemanden der Flugkompanie Webjet finden, da spricht mich eine Frau mit einem Kofferwagen an und händigt mit persönlich meinen Rucksack aus. Glück gehabt. Herzlich Willkommen in Salvador!

Freitag, 13. November 2009

surfin bahia

Nach drei Monaten voll neidischen Blicken auf die Surfer in meinem Stadtviertel habe ich es doch endlich geschafft, mir ein Surfbrett zu kaufen und mich waghalsig in die Wellen Salvadors zu stürzen. Mit dem Wissen, ein zu kleines Brett gekauft zu haben (der typische Anfängerfehler - und wer macht ihn?), habe ich zwei skeptische Versuche gestartet, mich mit meinem neuen Spielzeug anzufreunden. Ich hätte es wohl auch weiter (alleine)versucht, wenn nicht meine Mitbewohnerin Fernanda schon lange auf eine Surfkumpanin gewartet hätte, mit der sie endlich das Surfenlernen anpacken kann. Zu zweit sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass es sich wahrscheinlich doch besser in einer Surfschule lernt und so haben wir uns im Internet eine Schule rausgesucht, sind eines morgens zum Strand gefahren, um uns eine Stunde anzuschauen. Die Surfschule aus dem Internet haben wir natürlich nicht gefunden, sondern nur ein Strand, Wellen und viele viele Surfer. Etwas unentschlossen, haben wir uns erst einmal an den Strand gesetzt und so getan als würden wir uns sonnen. Ein paar Meter neben uns haben wir dann doch endlich zwei Typen erblickt, von denen der eine aussah, als würde er dem anderen das Surfen erklären. Etwas verschämt haben wir uns angenähert, "ääh hallo, wir suchen einen Surflehrer." Und danach war alles ganz einfach. Wir durften gleich mitmachen und haben daraufhin 6 Stunden gebucht, von denen uns versprochen wurde, dass wir danach bereits stehen können.
Mittlerweile haben wir die vierte Stunde hinter uns und Fernanda ist schon ganz wehmütig, dass nur noch zwei übrig sind.
Mir macht das Wellenreiten natürlich auch Spaß. Trotz dem Kampf gegen die Wellen, die einem ins Gesicht schlagen und mittlerweile literweise geschlucktem Wasser und einer etwas lädierten Nase kann ich mir im Moment nichts Besseres vorstellen.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Ein neues Zuhause

Nach drei Monaten in einer Wohnung, die auch locker als Zoo durgehen würde, habe ich beschlossen, dass ich doch nicht so sehr auf Haustiere stehe, wie ich bisher gedacht hatte. Drei Katzen, die nie die Stubenreinigkeit erworben haben und der dementsprechende Geruch, gepaart mit dem von Desingfektionsmittel, kann man auf Dauer nicht ignorieren. Dazu meine partykranken Nachbarn und meine Vermieterinnen, die nichts besseres zu tun haben, als den ganzen Tag vor dem Fernseher zu hängen, das wurde für mein empfindliches Gemüt irgendwann zu viel.

Glücklichwerweise habe ich schnell ein neues Zimmer gefunden, in dem ich seit Sonntag wohne und mich bereits jetzt schon mehr als wohl fühle. Ich wohne jetzt in einer WG mit zwei Brasilianierinnen, die beide arbeiten und bis jetzt sehr sympatisch scheinen. Zumindest reden sie mit mir...
Die neue Wohnung liegt nur zehn Minuten von meiner alten, immer noch nah am Strand (allerdings ein anderer) und im gleichen Stadtteil Barra, in den ich einfach ein bißchen verliebt bin und den ich einfach nicht verlassen konnte.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Hella in Salvador

Da komme ich doch nun endlich mal wieder dazu, ein Lebenszeichen zu senden.
Nachdem mich Hella drei Wochen mit ihrer Anwesenheit in Brasilien beehrt hat, habe ich sie Samstag früh zum Flughafen gebracht und bin nun wieder auf mich alleine gestellt.

Schnell erholt vom kaum vermeidbaren Kulturschock einer Peru-Reisenden, die das erste Mal den freizügigen brasilianischen Boden betritt, durfte Hella meinen doch recht chaotischen Unialltag kennen lernen. Da die Professoren in der ersten Woche hauptsächlich mit ihrer Abwesenheit glänzten, hatten wir ein bisschen Zeit, um Salvador zu erkunden und auch ich habe einige neue Ecken kennen gelernt.


Hella mit Roniel und Clayton



Besungener Sonnenuntergang im Stadtteil Ribeira



Am Wochenende hieß es dann endlich reisen (nach über zwei Monaten Großstadtgeflüster war das für mich auch bitter nötig) und wir machten uns mit 13 (!) anderen hauptsächlich portugiesischen und spanischen Studenten auf ins von Touristen bevölkerte Paradies Morro de São Paulo.









Ein paar Tage später freuten wir uns in Ilhéus auf den Besuch einer Schokoladenfabrik, bei der wir allerdings nicht den Nachgeschmack bitterem Süßen, sondern den unserer teuren Buchung bei einer Reisenagentur in Erinnerung behalten werden. Das, was sich nach einer lohnenden Stippvisite im Paradies für Geschmacksnerven anhörte, entpuppte sich als reines Schokoladengeschäft, daneben zwei Fenster, in denen wir sehen konnten, wie die Angestellten die Schokolade rührten und in Papier einpackten. Verärgert darüber, dass wir Eintritt für ein Geschäft gezahlt hatten, nahmen wir uns vor, das nächste Mal, wenn wir etwas über Schokoladenherstellung lernen wollen, uns mit der TV-Werbung von Lindt zu begnügen.

Eine Brasilienreise wäre nicht vollständig, ohne nicht wenigstens einen Teil des vom Regenwald bedeckten Gebietes gesehen zu haben und so lies uns der Busfahrer am nächsten
Tag in der Mitte von Nirgendwo aussteigen, wo wir zusammen mit einer Familie aus der Schweiz und einem Guide zu einem Spaziergang durch das Ökoreservat in Una machten.




Und hier noch ein paar Bilder aus der Schildkrötenstation in Praia do Forte




Montag, 7. September 2009

So langsam lichtet sich das dichte Gestrüpp des portugiesischen Sprachendjungels und ich bringe es sogar fertig mit geduldigen (!) Brasilianern so etwas wie eine Unterhaltung zu führen.
Auch wenn ich im Uniunterricht die meiste Zeit nur dasitze und mir die Leute angucke, beginne ich allmählich eine Ahnung davon zu haben, worum es in den Stunden geht.



Meine Sprachlosigkeit gilt hier allerdings nicht als Ausrede fürs Faulsein. Ich habe bereits zwei Referate gehalten und bereite gerade mein Drittes vor. Um einen Schein zu bekommen, erwarten die Dozenten hier relativ viel. In den meisten Kursen müssen zwei Leistungsnachweise erbracht werden, z.B. ein Referat und eine Klausur oder Hausarbeit. Dazu hat jeder Kurs in der Woche fünf Stunden, auch wenn das mit den Anfangs- und Schlusszeiten sehr locker gehandhabt wird. Sagt der Dozent, dass die Stunde um halb acht beginnt, dann erscheint er selber mindestens 10 Minuten später, der Großteil der Studenten lässt sich noch mehr Zeit.
In meiner Yoga-Stunde ist auch das kein Problem, die Dozentin erscheint regelmäßig eine halbe Stunde zu spät (Montags), Mittwochs ist sie noch nie erschienen. Wenn sie dann mal anwesend ist, verstehe ich immer noch kein Wort, bekomme aber irgendwie mit, dass sie über alles mögliche redet, nur nicht über Yoga. Sie schließt den Unterricht, der eigentlich für drei Stunden angesetzt ist, nach einer Stunde und ich gehe verwirrt wieder nach Hause.
Ich hab schon versucht, das Fach zu wechseln, was aber leider nicht mehr möglich ist. Ich kann also nur hoffen, dass es besser wird. Nächste Woche fangen wir angeblich mit dem praktischen Unterricht an...

Am Wochenende war ich mit der Familie von Luana in einem Dorf eine Stunde von Salvador, um ihre Großmutter zu besuchen und den Geburtstag ihres Vaters zu feiern.
Eine ordentliche kleine Stadt mit Blick auf grüne Hügel, die mir noch besser gefallen hätte, wenn nicht den ganzen Tag Werbung in einer Lautstärke, dass einem die Ohren abfallen, im gesamten Ort zu hören wäre. Es ist der Job einer der Dorfbewohner, die anderen mit eintöniger und nervtötender Werbung der hiesigen Geschäfte zu belästigen. Am schlimmsten ist, dass er die gleiche Werbung oft bis zu zehn mal wiederholt. Sogar ich konnte am Ende einge der Jingles mitsprechen. Man hat das Gefühl, man befindet sich in einem Irrenhaus, wenn die Beschallung morgens um 9 anfängt und erst mittags eine Pause einlegt.

Ansonsten war das Wochenende aber sehr erholsam. Wir haben nicht viel getan außer Schlafen, Faulenzen und uns von Lus Oma mit der Küche Bahias mästen lassen.



Lus Cousine ist geschockt, dass "alle ihre Daumen abnehmen können".

Sonntag, 16. August 2009

Erste Schritte in der Uni

Da saß ich also letzten Montag morgen, eine halbe Stunde zu früh, sprich um halb sieben (!), auf dem Sportgelände der Uni und wartete verheißungsvoll auf meine neuen Kollegen des Volleyballkurses.
Man mahle sich folgendes Bild: Eine Baracke, davor ein geteertes Basketballfeld. Zwei Fußballtore. Wo in aller Welt wollen die hier Volleyball spielen, fragte ich mich während der halben Ewigkeit, die ich in seliger Einsamkeit auf den Beginn des Unterrichts wartete. Die Antwort kam dann gegen 7 Uhr in Form der eintreffenden Turnlehrerin, die mir sagte, der Volleyballkurs fände in diesem Semester nicht statt, da sich nur vier Leute angemeldet hatten.
Nun gut, werde ich also turnen. Ganz gemütlich bildete ich im Seminarraum der Baracke mit den restlichen Studenten einen Sitzkreis, in dem erst einmal eine Runde Kaffee ausgeschenkt wurde. Jetzt musste ich mir allerdings die nächste Frage stellen? Wo wird hier geturnt? Ich sah weder Matten, noch Bänke oder irgendein Material, das auf die Möglichkeit zur körperlichen Ertüchtigung schließen lässt. Nur ein Steinfußboden. Mit Löchern.
Der Text, den wir bis morgen lesen müssen, erklärt das Ganze ein wenig. Lehrerinnen und Lehrer in Brasilien haben Schwierigkeiten, Turnen in den Unterricht zu integrieren, da ihnen schlicht und einfach das Material fehlt. Fangen wir mit dem Improvisieren also gleich in der Uni an.

Weiter im Stundenplan: Yoga. Zur ersten Stunde am Montagnachmittag erscheint die Lehrerin nicht. Mein Glück, denn ich hatte mir den Magen verdorben und musste mich darauf konzentrieren, nicht neben den Stuhl zu spucken. Mittwoch fand der Kurs dann zwar statt, der Inhalt blieb mir jedoch verborgen, da ich kein einziges Wort verstanden habe. Die Lehrerin spricht schnell und nuschelt. Zudem ist die Klimaanlage laut und der Raum hallt. Ich hab irgendwie noch mitbekommen, dass wir zu Hause „Atmen“ üben sollen.

Mein dritter Kurs ist so etwas ähnliches wie Trainingswissenschaften, in gemütlicher Runde von sieben Teilnehmern.
Drei Veranstaltungen hört sich nicht viel an, die Kurse sind hier allerdings auf mehr Stunden ausgelegt sodass ich mit meinem Portugiesischkurs gut 23 Stunden beschäftigt bin.
Den Kurs „Krafttraining“ habe ich gleich gestrichen. Wer will schon Samstags um 7 in die Uni gehen? Ich nicht. Den Tag habe ich lieber mit Luana und Leo (ihrem Freund) am Strand verbracht. Irgendeinen Vorteil muss die ganze Anstrengung hier schließlich haben.

Donnerstag, 6. August 2009

Die erste Woche

Nach einer Woche unter dem Himmel Bahias sitze ich nun endlich auf meinem eigenen Bett, kratze mir meine mit Mückenstichen übersäten Beine auf und versuche, dem Aufmerksamkeitsdrang der rechts und links von mir sitzenden Tiere gerecht zu werden. Igi und Mimiu sind zwei nicht besonders schöne aber dafür umso anhänglichere kleine hundsähnliche Wesen, die seit gestern zusammen mit drei Katzen zu meinen neuen Haustieren zählen.
Ein kurzer Rüchblick der letzten Tage:
In Rio um fünf Uhr morgens fast noch erfroren, steige ich mittags in Salvador aus dem Flugzeug und laufe gegen eine Wand aus Hitze und Feuchtigkeit. Schwindelig von der schwülen Luft versuche ich die nächste Hürde gleich hinter dem Ausgang nach der Gepäckausgabe zu nehmen – die portugiesische Sprache.



Nach einigen Missverständnissen und ersten Brocken Portugiesisch finde ich Luana, eine Couchsurferin, bei der ich die ersten Tage bleiben kann und die mich vom Flughafen abholt. Zu diesem Zeitpunkt weiß sie noch nicht, dass sie die darauf folgende Woche damit verbringen wird, mein Leben zu organisieren. Und ich weiß noch nicht, dass ich ohne sie in dieser Stadt gnadenlos untergegangen wäre. Von allen Menschen, die ich bisher getroffen habe, ist sie die einzige, die Englisch spricht. Wir verbringen also eine Woche mit vielen Höhen und vielen Tiefen, beschließen sogar, zusammenzuziehen, erleben einige Katastrophen auf dem hiesigen Wohnungsmarkt, geben diese Idee wieder auf, fahren wieder und wieder zur Polizei am Flughafen, bis die netten Beamten der Einwanderungsbehörde keinen Grund mehr finden, uns wieder weg zu schicken. „Ich frag mich, warum sie nicht auch noch deine Zehenabdrücke nehmen“, sagt Luana laut, als ich jeden meiner Finger doppelt und in allen erdenklichen Konstellationen auf Papier drücken muss. Ich kann mich vor Lachen kaum noch halten, der Beamte verzieht keine Miene.



Seit gestern hat Luana ihre wohlverdienten Ferien und meine nächste Mission lautet: Portugiesisch lernen. Und zwar so schnell wie möglich.
Ich verstehe kein Wort. Ab und zu werfe ich mal einen Satz in den Raum und alle gucken mich an, als spräche ich Chinesisch. An der Aussprache muss ich hart arbeiten.



Es kann nur besser werden. Bis dahin weiß ich, wie sich ein Zweijähriges fühlt und muss mit den Hunden als Gesprächspartner Vorlieb nehmen.