Montag, 7. September 2009

So langsam lichtet sich das dichte Gestrüpp des portugiesischen Sprachendjungels und ich bringe es sogar fertig mit geduldigen (!) Brasilianern so etwas wie eine Unterhaltung zu führen.
Auch wenn ich im Uniunterricht die meiste Zeit nur dasitze und mir die Leute angucke, beginne ich allmählich eine Ahnung davon zu haben, worum es in den Stunden geht.



Meine Sprachlosigkeit gilt hier allerdings nicht als Ausrede fürs Faulsein. Ich habe bereits zwei Referate gehalten und bereite gerade mein Drittes vor. Um einen Schein zu bekommen, erwarten die Dozenten hier relativ viel. In den meisten Kursen müssen zwei Leistungsnachweise erbracht werden, z.B. ein Referat und eine Klausur oder Hausarbeit. Dazu hat jeder Kurs in der Woche fünf Stunden, auch wenn das mit den Anfangs- und Schlusszeiten sehr locker gehandhabt wird. Sagt der Dozent, dass die Stunde um halb acht beginnt, dann erscheint er selber mindestens 10 Minuten später, der Großteil der Studenten lässt sich noch mehr Zeit.
In meiner Yoga-Stunde ist auch das kein Problem, die Dozentin erscheint regelmäßig eine halbe Stunde zu spät (Montags), Mittwochs ist sie noch nie erschienen. Wenn sie dann mal anwesend ist, verstehe ich immer noch kein Wort, bekomme aber irgendwie mit, dass sie über alles mögliche redet, nur nicht über Yoga. Sie schließt den Unterricht, der eigentlich für drei Stunden angesetzt ist, nach einer Stunde und ich gehe verwirrt wieder nach Hause.
Ich hab schon versucht, das Fach zu wechseln, was aber leider nicht mehr möglich ist. Ich kann also nur hoffen, dass es besser wird. Nächste Woche fangen wir angeblich mit dem praktischen Unterricht an...

Am Wochenende war ich mit der Familie von Luana in einem Dorf eine Stunde von Salvador, um ihre Großmutter zu besuchen und den Geburtstag ihres Vaters zu feiern.
Eine ordentliche kleine Stadt mit Blick auf grüne Hügel, die mir noch besser gefallen hätte, wenn nicht den ganzen Tag Werbung in einer Lautstärke, dass einem die Ohren abfallen, im gesamten Ort zu hören wäre. Es ist der Job einer der Dorfbewohner, die anderen mit eintöniger und nervtötender Werbung der hiesigen Geschäfte zu belästigen. Am schlimmsten ist, dass er die gleiche Werbung oft bis zu zehn mal wiederholt. Sogar ich konnte am Ende einge der Jingles mitsprechen. Man hat das Gefühl, man befindet sich in einem Irrenhaus, wenn die Beschallung morgens um 9 anfängt und erst mittags eine Pause einlegt.

Ansonsten war das Wochenende aber sehr erholsam. Wir haben nicht viel getan außer Schlafen, Faulenzen und uns von Lus Oma mit der Küche Bahias mästen lassen.



Lus Cousine ist geschockt, dass "alle ihre Daumen abnehmen können".

2 Kommentare:

  1. Uh Steffi!
    Das klingt alles so toll! Ich drück mich grad vorm Ernährungslernen und beneide Dich total!!!

    Ich wünsch Dir weiter eine tolle Zeit! Und mach weiter mit dem Block, er liest sich echt gut und ich will wissen, was Du so treibst.

    lg,
    Ulli

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  2. Hey, ich machs wie Ulrike. :-) Wie gehts dir denn so? Haben jetzt ja schon einen Monat nichts mehr von dir gehört. *hihi* Hast du schon einen netten Brasilianer kennengelernt?
    LG,
    Katrin

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