Donnerstag, 29. Oktober 2009

Ein neues Zuhause

Nach drei Monaten in einer Wohnung, die auch locker als Zoo durgehen würde, habe ich beschlossen, dass ich doch nicht so sehr auf Haustiere stehe, wie ich bisher gedacht hatte. Drei Katzen, die nie die Stubenreinigkeit erworben haben und der dementsprechende Geruch, gepaart mit dem von Desingfektionsmittel, kann man auf Dauer nicht ignorieren. Dazu meine partykranken Nachbarn und meine Vermieterinnen, die nichts besseres zu tun haben, als den ganzen Tag vor dem Fernseher zu hängen, das wurde für mein empfindliches Gemüt irgendwann zu viel.

Glücklichwerweise habe ich schnell ein neues Zimmer gefunden, in dem ich seit Sonntag wohne und mich bereits jetzt schon mehr als wohl fühle. Ich wohne jetzt in einer WG mit zwei Brasilianierinnen, die beide arbeiten und bis jetzt sehr sympatisch scheinen. Zumindest reden sie mit mir...
Die neue Wohnung liegt nur zehn Minuten von meiner alten, immer noch nah am Strand (allerdings ein anderer) und im gleichen Stadtteil Barra, in den ich einfach ein bißchen verliebt bin und den ich einfach nicht verlassen konnte.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Hella in Salvador

Da komme ich doch nun endlich mal wieder dazu, ein Lebenszeichen zu senden.
Nachdem mich Hella drei Wochen mit ihrer Anwesenheit in Brasilien beehrt hat, habe ich sie Samstag früh zum Flughafen gebracht und bin nun wieder auf mich alleine gestellt.

Schnell erholt vom kaum vermeidbaren Kulturschock einer Peru-Reisenden, die das erste Mal den freizügigen brasilianischen Boden betritt, durfte Hella meinen doch recht chaotischen Unialltag kennen lernen. Da die Professoren in der ersten Woche hauptsächlich mit ihrer Abwesenheit glänzten, hatten wir ein bisschen Zeit, um Salvador zu erkunden und auch ich habe einige neue Ecken kennen gelernt.


Hella mit Roniel und Clayton



Besungener Sonnenuntergang im Stadtteil Ribeira



Am Wochenende hieß es dann endlich reisen (nach über zwei Monaten Großstadtgeflüster war das für mich auch bitter nötig) und wir machten uns mit 13 (!) anderen hauptsächlich portugiesischen und spanischen Studenten auf ins von Touristen bevölkerte Paradies Morro de São Paulo.









Ein paar Tage später freuten wir uns in Ilhéus auf den Besuch einer Schokoladenfabrik, bei der wir allerdings nicht den Nachgeschmack bitterem Süßen, sondern den unserer teuren Buchung bei einer Reisenagentur in Erinnerung behalten werden. Das, was sich nach einer lohnenden Stippvisite im Paradies für Geschmacksnerven anhörte, entpuppte sich als reines Schokoladengeschäft, daneben zwei Fenster, in denen wir sehen konnten, wie die Angestellten die Schokolade rührten und in Papier einpackten. Verärgert darüber, dass wir Eintritt für ein Geschäft gezahlt hatten, nahmen wir uns vor, das nächste Mal, wenn wir etwas über Schokoladenherstellung lernen wollen, uns mit der TV-Werbung von Lindt zu begnügen.

Eine Brasilienreise wäre nicht vollständig, ohne nicht wenigstens einen Teil des vom Regenwald bedeckten Gebietes gesehen zu haben und so lies uns der Busfahrer am nächsten
Tag in der Mitte von Nirgendwo aussteigen, wo wir zusammen mit einer Familie aus der Schweiz und einem Guide zu einem Spaziergang durch das Ökoreservat in Una machten.




Und hier noch ein paar Bilder aus der Schildkrötenstation in Praia do Forte